historische Brauereien in Bamberg

Die Zahl historischer Braustätten in Bamberg ist groß. In den letzten beiden Jahrhunderten gab es in Bamberg und seinen Stadtteilen Bug und Gaustadt weit über 70 eigenständige Brauhäuser. Brände, Fusionen, Betriebsschließungen oder Kriegszerstörungen haben die Zahl der Brauereien drastisch reduziert. Auf dieser Seite finden Sie alle historischen Brauhäuser seit 1817 in der Reihenfolge ihrer Betriebsschließung:

 

Brauerei Maisel BambergBrauerei Maisel

Die Brauerei Maisel wurde 1894 von den Brüdern Rudolf, Andreas und Thomas Maisel gegründet. Die Abkömmlinge einer bekannten fränkischen Brauerfamilie erwerben an der damals noch weit vom Stadtzentrum entfernten Moosstraße ein riesiges Grundstück (22.000 m²) und beginnen mit dem Aufbau einer neuen Großbrauerei. In den folgenden Monaten entstehen die stolzen Backsteingebäude der „Gebrüder Maisel“, die bis heute genutzt werden. Die Braustätte ist ausgerüstet mit der damals modernsten Technik und einem eigenen Gleisanschluss. Bis ins Jahr 2000 bleibt die Braustätte im Besitz der Familie Maisel, ehe das Unternehmen veräußert wird. Im Sommer 2008 meldet es Insolvenz an.

 

Adresse: Moosstraße 46 | Betriebsaufgabe: 2008

 

Bamberger Löwenbräu

Bamberger Löwenbräu

Die Bamberger Löwenbräu war der Nachfolgebetrieb der „Polarbär- und Blaulöwenbräu“. Nach dem Tod von Vorbesitzerin Christine Diebitsch wird das Firmenvermögen einer Erbengemeinschaft übertragen und firmiert ab 1965 unter der Bezeichnung „Löwenbräu Bamberg Diebitsch & Co.“ Später wird das Unternehmen an die Privatbrauerei Fecher aus dem hessischen Seligenstadt veräußert und gelangt 1983 an Manfred Hintermaier. Der Brauereibesitzer aus Frechen bei Köln stellt die Bierproduktion 1988 ein und verkauft den denkmalgeschützten Komplex aus der Gründerzeit an einen Architekten. Zwischen 1994 und 1996 entstehen hier 58 neue Wohneinheiten.

 

Adresse: Oberer Stephansberg 40 | Betriebsaufgabe: 1993

 

Hofbräu AG BambergHofbräu AG Bamberg

Begründet wird die einst größte Braustätte Bambergs von dem Ziegeleibesitzer und Hopfenhändler Simon Lessing, der die „Erste Bamberger Exportbierbrauerei Frankenbräu“ am 27. November 1885 mit einem Grundkapital von 1,1 Mio. Mark ausstattet. Um 1900 erfolgt die Umbenennung in Hofbräu AG. Nach dem Ersten Weltkrieg werden viele Konkurrenzbetriebe aufgekauft, 1919 erfolgt die Umbenennung zur „Hofbräu AG Bamberg und Erlangen“. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wird der Betrieb „arisiert“. Später dient die Hofbräu AG den Alliierten als Armeebrauerei. Als die Aktienmehrheit an die Patrizierbräu AG übergeht, lässt die Konzernleitung den Bamberger Betrieb stilllegen

 

Adresse: Pödeldorfer Straße 75 | Betriebsaufgabe: 1977

 

 Brauerei Doppel BambergBrauerei Doppel

Genau genommen ist die Brauerei Doppel die letzte Brauereigründung der Stadt. Firmengründer Lorenz Doppel entstammt der alt eingesessenen Bamberger Brauerfamilie Dotterweich. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums in Weihenstephan betreibt er in Schney bei Lichtenfels eine kleine Landbrauerei. Es folgen die Einberufung zur Wehrmacht und lange Jahre der Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr pachtet Lorenz Doppel zunächst die still gelegte Brauerei „Einhorn“ in der Sandstraße, die er später aufkauft. Er plant einen Brauereineubau auf dem Kaulberg, den er zwischen 1959 und 1961 realisiert. Im Jahr 1971 erfolgen die Betriebsschließung und der Verkauf des Lagers an die Münchener Hacker-Pschorr-Bräu AG.

 

Adresse: Oberer Kaulberg 39 | Betriebsaufgabe: 1972

 

Brauerei Wilde Rose Bamberg

Brauerei Wilde Rose

Zur Hochblüte gelangt die Braustätte unter der aus Gaustadt stammenden Brauerfamilie Leicht. Um 1850 erwirbt Johann Baptist Leicht das Anwesen samt Felsenkeller, der unter seinem Sohn Johann Martin Leicht kontinuierlich ausgebaut wird. Noch heute trägt der beliebte „Wilde Rose-Keller“ auf dem Stephansberg den Namen „Leichts-Keller“. 1901 beginnt die Ära der Familie Häfner. Nach dem Tod der Witwe Häfner heiratet deren Tochter Kunigunda im Jahr 1941 den aus Peulendorf stammenden Brauer Johann Konrad. Trotz Kriegszerstörung beginnt 1953 die Wiedereröffnung der Gaststätte und der Braustätte. Der Braubetrieb wird 1971 eingestellt.

 

Adresse: Keßlerstraße 7 | Betriebsaufgabe: 1971

 

Brauerei Michaelsberg Bamberg

Brauerei Michaelsberg

Die Brauerei auf dem Michaelsberg ist eine der ältesten Braustätte der Stadt. Ihren Ursprung hat sie in der Klosterbrauerei des im Jahr 1008 gegründeten Benediktinerklosters. Im Zuge der Säkularisation wird das Kloster 1804 aufgelöst und in die städtische Bürgerspitalstiftung übertragen. Anders als die meisten anderen Klosterbrauereien bleibt die Braustätte jedoch erhalten und in der Folgezeit an bürgerliche Braumeister verpachtet. Im Oktober 1899 beginnt die Ära der Familie Peßler, als der Landwirtssohn Georg Peßler aus Hundshof die Wirtschaftsgebäude anmietet. Nach dessen Tod übernehmen seine beiden Söhne Georg und Michael Peßler den Betrieb. 1968 endet die mehrhundertjährige Brautätigkeit auf dem Michaelsberg.

 

Adresse: Michaelsberg 10f | Betriebsaufgabe: 1969

 

Brauerei Röckelein Bamberg

Brauerei Röckelein

Die Ursprünge der Brauerei Röckelein am Unteren Kaulberg reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Der Büttner Lorenz Linz wird 1592 zu einer Haftstrafe verurteilt wird, weil er ohne Erlaubnis der Grundherrschaft eine Brauerei errichtet hat. Des Weiteren erhält er die Auflage, das Brauhaus abzureißen, was offensichtlich unterbleibt. Als Namensgeber der Brauerei gilt der Büttner Johann Röckelein. Er erwirbt die Braustätte im Jahr 1775 und betreibt diese nachweislich bis 1824. Im Jahr 1892 geht der Besitz an die Familie Papsthart über. Diese führt die Brauerei bis zur Betriebsaufgabe im Jahr 1968.

 

Adresse: Unterer Kaulberg 36 | Betriebsaufgabe: 1968

 

Brauerei Aumüller Bamberg-BugBrauerei Aumüller

Spätestens mit dem Ende des 30-jährigen Kriegs dürfte sich im heutigen Anwesen Buger Hauptstraße 4 ein Gasthaus mit Bierschenke etabliert haben. Eine Braustätte hat wohl erst der Büttner Wilhelm Braun im Jahr 1747 hinzugefügt. 1894 kauft Michael Zink das Anwesen auf, ehe es an seinen Sohn Andreas übergeht. Mit Ausbruch des Krieges wird der junge Brauereibesitzer zum 4. Reiterinfanterieregiment einberufen und fällt am 14. September 1914 im französischen Le Paire. Während der Kriegsjahre ruht die Brauerei, erst als sich die Witwe Barbara Zink 1919 mit Andreas Aumüller verheiratet, wird das Gasthaus neu belebt. Sein Sohn Rudolf führt den Betrieb noch bis 1959. Die Gastwirtschaft wird noch bis 1972 betrieben.

 

Adresse: Buger Hauptstraße 4 | Betriebsaufgabe: 1959

 

Brauerei Ringlein BambergBrauerei Ringlein

Nachweislich bis ins späte 16. Jahrhundert wird in dem Anwesen eine Backstube betrieben. Erst um 1588 richtet Georg Ringlein, dessen Namen die Brauerei für die folgenden vier Jahrhunderte tragen soll, eine Büttnerei ein. Wie so oft wird mit dem Funktionswandel eines Gebäudes auch der Name des Besitzers beibehalten. 1911 übernimmt Georg Peßler aus Saltendorf die Brauerei, der über 43 Jahre hinweg als Braumeister tätig ist. Als Georg Peßler am 6. Oktober 1954 verstirbt, führt sein Sohn Hanns die Bierherstellung für weitere vier Jahre fort. Eine berufliche Neuorientierung führt jedoch bald zum Wegzug aus Bamberg und damit zur Aufgabe der Brauerei.

 

Adresse: Dominikanerstraße 9 | Betriebsaufgabe: 1958

 

Brauerei Riegelhof BambergBrauerei Riegelhof

Das Anwesen Concordiastraße 11 ist aus kulturhistorischer Sicht äußerst interessant. Um 1365 beherbergt es ein „Nunnenhaus“ des Tertiarier-Ordens. Die darin lebenden Klosterschwestern streben eine klösterliche Abschottung an und erwerben bis 1505 fünf Nachbargrundstücke. Der Betrieb eines Brauhauses ist ab 1718 nachweisbar. Hans Schwarz, Büttner aus Unterlauter, wird neuer Besitzer und bittet das Domkapitel, die ihm bereits für den Kaulberg erteilte Brau- und Schankgerechtigkeit auf den Riegelhof verlegen zu dürfen. Die letzte Ära der Brauerei beginnt 1897 mit dem Braumeister Nikolaus Guth. Ab 1930 verpachtet er den Riegelhof an den 27-jährigen Braumeister Otto Gabold, erst im Jahr 1953 endet die Brautätigkeit für immer.

 

Adresse: Concordiastraße 11 | Betriebsaufgabe: 1953

 

Brauerei Mohrenpeter Bamberg

Brauerei Mohrenpeter

Bis zur Betriebsaufgabe ist die Brauerei Mohrenpeter in der Oberen Königstraße ein beliebter Treffpunkt der Bamberger Gärtner. Diese nutzen die Gaststätte als Vereinslokal der 1693 gegründeten Gärtnerzunft. Zu dieser Zeit dürfte sich in dem Anwesen bereits eine kleine Gastwirtschaft etabliert haben, einen Hinweis für das auf dem Bierfilz genannte Gründungsdatum der Brauerei von 1640 gibt es hingegen nicht. 1876 beginnt die Ära der Familie Reinlein. Abgesehen von kurzen Unterbrechungen während der beiden Weltkriege hält sie den Braubetrieb bis 1947 aufrecht. In der Folge lassen sich darin verschiedene Restaurants nieder, heute nur noch Wohnnutzung.

 

Adresse: Obere Königstraße 40 | Betriebsaufgabe: 1947

 

Brauerei Kaiserwirt Bamberg

Brauerei Kaiserwirt

Das Anwesen trägt ursprünglich die Hausbezeichnung „Zum Doppeladler”, dessen Besitzer 1719 Hans Georg Dittmann ist. Der Hausname geht jedoch verloren, als Hans Georg Kaiser Eigentümer wird und 1732 ein Gasthaus einrichtet. Er gibt der Braustätte ihren Namen. Im Jahr 1764 ersteht der Büttner Simon Dotterweich das Kaiserwirtshaus, dessen Familie für die folgenden sechs Generationen fast durchgängig im Besitz der Brauerei bleiben wird. Zuletzt wird das Anwesen von den Brüdern Richard und Sebastian Doppel betrieben. Die Brautätigkeit im Kaiserwirt endet 1945: Am 13. April werden das Gast- und das Brauhaus am Mittleren Kaulberg durch Artilleriebeschuss schwer beschädigt.

 

Adresse: Mittlerer Kaulberg 11 | Betriebsaufgabe: 1945

 

Brauerei Einhorn Bamberg

Brauerei Einhorn

Die Brauerei Einhorn im Sand zählt zweifellos zu den ältesten und traditionsreichsten Braustätten Bambergs. Entsprechend lang ist die Historie des Stammhauses in der Oberen Sandstraße 24, das bereits 1366 als „putnerhaus zum Eychhorn“ beschrieben wird. Über die folgenden 600 Jahre bleibt das Anwesen nahezu durchgehend im Besitz von Büttnern und Brauern. 1829 beginnt Jakob Schlegel eine Lehre als Büttner und Brauer. Nach seiner Gesellenzeit erwirbt er das Brau- und Gasthaus sowie den Felsenkeller auf dem Jakobsberg. Noch weitere drei Generation bleibt das Anwesen im Besitz der Familie Schlegel. Der Braubetrieb endet erst im Jahr 1944.

 

Adresse: Obere Sandstraße 24 | Betriebsaufgabe: 1944

 

Brauerei Kleebaum Bamberg

Brauerei Kleebaum

Erstmalige Hinweise auf eine gastronomische Nutzung finden sich zur Mitte des 18. Jahrhunderts, als der Kleebaumswirt Valentin Rudel das Anwesen besitzt. 1836 kommt das Anwesen in den Besitz der Familie Müller, die den „Kleebaum” bis zum Ende der Brautätigkeit betreibt. Als letzter Braumeister ist Rudolf Müller belegt, der 1943 den letzten Sud ansetzt. Am 22. Februar 1945 werden die Brauerei im Hinterhaus und der herrliche barocke Vorderbau, in dem Gastwirtschaft und Wohnräume untergebracht sind, durch alliierte Luftbombardements schwer beschädigt. Mit dieser Zerstörung verliert Bamberg nicht nur eine der angesehensten Brauereien, sondern auch eines der schönsten Bürgerhäuser der Stadt.

 

Adresse: Unterer Kaulberg 7 | Betriebsaufgabe: 1943

 

Brauerei Murrmann Bamberg

Brauerei Murrmann

Die Brauerei Murrmann erstreckte sich über die drei benachbarten Grundstücke Jakobsberg 7, 9 und 11. Auf dem Gelände befand sich auch der dazu gehörige Felsenkeller mit einer Sommerwirtschaft, deren Garten mit einem großen Baumbestand einen schönen Blick zur Altenburg bot. Gründer und Namensgeber der Braustätte ist wohl der fürstliche Büttner Franz Kaspar Murrmann. Über vier Generationen gehört das Anwesen der Familie Reinlein, ehe Johann Baptist Rippstein das Anwesen erwirbt. Nach 1918 ruht der Braubetrieb für einige Jahre. In dieser Zeit überlässt er dem Luftfahrtpionier Willy Messerschmitt Teile seines Grundstücks zur Konstruktion von Flugzeugen. Mit dem Tod des Brauers 1935 endet die Brautätigkeit.

 

Adresse: Jakobsberg 7-11 | Betriebsaufgabe: 1935

 

Brauerei Polarbär BambergBrauerei Polarbär

Zu den bekanntesten Braustätten der Stadt gehört lange Zeit die Brauerei Polarbär – bei Einheimischen besser bekannt unter der mundartlichen Bezeichnung „Bollabär“. Vermutlich ist es Hans Keck (1599), der als „Büttner zum Schwarzen Adler“ erstmalig Bier ansetzt. Das letzte Kapitel in der Braugeschichte des Unternehmens schreibt Rudolf Diebitsch, der das Anwesen am 1. April 1912 erwirbt. Er verlegt die Braustätte auf den Stephansberg und arbeitet beharrlich an der Vergrößerung seiner Brauerei. Der große Clou gelingt ihm im März 1935, als er die in Konkurs geratene Blaulöwenbräu übernimmt. In der Folgezeit führt er die Braustätte unter der Bezeichnung „Polarbär- und Blaulöwenbräu“ fort.

 

Adresse: Judenstraße 7 | Betriebsaufgabe: 1935

 

Brauerei Zum blauen Löwen BambergBrauerei Zum blauen Löwen

Zu den vielen Brauhäusern in der heutigen Judenstraße gehörte einst auch das Anwesen mit der Hausnummer 2. Bereits 1472 ist das Grundstück mit einem Brauhaus bebaut. Damit zählt das Haus „Zum Blauen Löwen“ zu den ältesten Braustätten Bambergs. Ihre Hochblüte erreicht die Brauerei unter der Familie Maex. Braumeister Matthes Maex ersteht das Anwesen 1856 und vergrößert den Betrieb kontinuierlich. Sein Sohn Josef realisiert schließlich einen Brauereineubau am Oberen Stephansberg 40. Letzter Besitzer ist sein Sohn Willy Maex, einziger Sohn von vier Kindern. In wirtschaftlich schwerer Zeit muss er auch seine drei Schwestern ausbezahlen, was dem Unternehmen Liquidität entzieht. 1934 meldet er Konkurs an.

 

Adresse: Judenstraße 2 | Betriebsaufgabe: 1934

 

Brauerei Großkopf BambergBrauerei Großkopf

Hinter der Sandsteinfassade des Anwesens Obere Königstraße 5 befindet sich bis weit in das 20. Jahrhundert eine der angesehensten Braustätten Bambergs. Lediglich der markante Ausleger, der große Kopf eines Mannes, weist auf die frühere gastronomische Nutzung der Brauerei „Großkopf“ hin. Namensgeber ist der erste Braumeister des Hauses, der aus Litzendorf stammende Hans Großkopf (1537). Für die folgenden vier Jahrhundert wird in dem Anwesen Bier gebraut. Erst die Versorgungsprobleme des Ersten Weltkriegs und die folgende wirtschaftliche Depression setzen dem Braubetrieb schwer zu. Der letzte Braumeister Johann Baumann meldet am 1. Oktober 1922 sein Braugewerbe ab.

 

Adresse: Obere Königstraße 5 | Betriebsaufgabe: 1922

 

Brauerei Schlüssel Bamberg Brauerei Schlüssel

Hinter der unscheinbaren Fassade des Anwesens Obere Sandstraße 20 befindet sich bis zum Jahr 1921 die Brauerei „Zum Schlüssel“. Der Hausname, nach dem auch die Braustätte benannt wird, taucht schon im 15. Jahrhundert auf, aber erst ab 1520 ist das Anwesen durchgehend im Besitz von Büttnern. Spätestens im 17. Jahrhundert wandelt sich die Weinschänke zu einer Braustätte. Im Jahr 1909 übernimmt mit Leonhard Sendner der letzte Brauer das Gasthaus „Zum Schlüssel“ und betreibt es für die nächsten zwölf Jahre. Am 15. September 1921 meldet Leonhard Sendner seinen Braubetrieb ab. Das Haus beherbergt anschließend verschiedene Kneipen.

 

Adresse: Obere Sandstraße 20 | Betriebsaufgabe: 1921

 

Bären- und Eckenbüttnerbräu AG Bamberg

Bären- und Eckenbüttnerbräu AG

Die unternehmerische Zusammenführung der beiden eigenständigen Braustätten Bärenbräu und Eckenbüttner im Jahr 1906 zur neu gegründeten Großbrauerei „Bären- und Eckenbüttnerbräu AG“ ist für Bamberger Verhältnisse ein absolutes Novum. Die Gründung einer Aktiengesellschaft spiegelt hingegen die kapitalintensive Produktionsweise wider und ist für Neugründungen um die Jahrhundertwende durchaus typisch. Als Urheber dieser einzigartigen Unternehmensverschmelzung gilt der Brauereibesitzer Ludwig Rübsam, der bis 1909 der neuen Aktiengesellschaft als Vorstand voransteht. Geschwächt durch die wirtschaftliche Depression wird der Braubetrieb am 26. Juli 1919 abgemeldet.

 

Adresse: Jakobsberg 20 | Betriebsaufgabe: 1919

 

Brauerei Steinernes Haus Bamberg• Brauerei Steinernes Haus

Der Betrieb einer Braustätte ist frühestens für das Jahr 1599 anzunehmen, als der Büttner Hans Pfister das Anwesen für 2.050 Gulden erwirbt. In den folgenden Jahrhunderten ist das Haus, in dem Wallenstein 1632 angeblich seine Rekruten mustern ließ, durchgängig im Besitz von Büttnern. Die letzte Periode leiten im Juni 1912 die beiden Geschäftspartner Johann Dietz und Eduard Schardt ein. Zunächst bleibt die wirtschaftliche Lage weitgehend stabil und die Geschäfte gehen gut. Dies ändert sich mit Beginn des Ersten Weltkriegs und Johann Dietz sieht sich gezwungen, den Braubetrieb am 1. Oktober 1918 abzumelden. Noch heute wird das „Steinerne Haus“ gastronomisch genutzt und beherbergt das mexikanische Restaurant „Calimeros“.

 

Adresse: Lange Straße 8 | Betriebsaufgabe: 1918

 

Brauerei Storch (+1918)

Hinter der barocken Fassade des Anwesens Austraße 33 verbirgt sich wohl eine der ältesten Braustätten Bambergs. Bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung 1475 gehört das Haus „Zum Storchen“ dem Büttner Clas Lodmann. Mit seiner Frau Gerhaus verpfändet er am 11. November 1485 das gesamte Anwesen für eine Lieferung Gerste. Es ist anzunehmen, dass die nicht unerhebliche Menge an Gerste zur Malzherstellung verwendet wurde. Das letzte Kapitel der Braustätte beginnt 1864, als sich die Witwe Margarethe Bauernschmitt mit Georg Böttinger verheiratet. Im Jahr 1901 übernimmt der gemeinsame Sohn Karl Böttinger die Führung der Brauerei und leitet diese bis zur Stilllegung im Jahr 1918.

Brauerei Leiterlein (+1918)

Das „Eckhaus zu der lattern“ wird 1423 erstmals erwähnt und gibt der späteren Brauerei ihren Namen. Der Beginn der Brautätigkeit kann ziemlich genau datiert werden, denn der Büttner Hans Georg Düring lässt 1597 ein Brauhaus errichten, das letztlich bis zur Betriebsaufgabe 1918 als solches genutzt wird. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs gehört der „Leiterleins-Keller“ zu den beliebtesten Sommerwirtschaften Bambergs. Eigentümer in dieser schweren Zeit ist Georg Baptist Burkart aus Vorra. Der Ausbruch des Kriegs und die nachfolgende ökonomische Depression verhindern einen rentablen Wirtschaftsbetrieb. Der Braubetrieb wird 1918 eingestellt.

Brauerei Bayerlein (+1918)

Im Jahr 1718 dürfte wohl bereits Bier gebraut werden, wie aus einer Beschwerde des Wirts Heinrich Röckelein abzuleiten ist. Im späten 18. Jahrhundert gelangt das Anwesen in den Besitz der Familie Leicht, ehe sie am 10. April 1858 das „Wirthsgut mit realer und radizierter Brauerei-, Gast- und Schankgerechtigkeit, Wohn- und Wirtshaus, Brauhaus, Scheuer, Stallungen, Backofen und Hofrecht“ an Heinrich Zang aus Gleusdorf verkauft. Im Gasthaus der Brauerei Zang konstituiert sich am 1. Januar 1886 die Freiwillige Feuerwehr Gaustadt. Letzter Braumeister ist Adam Bayerlein, der von der Witwe Elisabetha Zang am 27. Januar 1898 das Anwesen aufkauft. Es ist wohl die schlechte Versorgungslage während des Ersten Weltkriegs, die den Braubetrieb beendet.

Brauerei Specht (+1917)

Die frühere Brauerei „Zum Specht“ in der Austraße ist heute noch an ihrem schönen Ausleger zu erkennen: Über den Fensterreihen des Erdgeschosses pickt ein bemützter Specht an einem Stamm, darunter baumelt der sechszackige Braustern mit einigen Hopfendolden. Die Brautätigkeit setzt wohl zu Beginn des 17. Jahrhunderts ein, als der Büttner Jobst Müllner das Anwesen übernimmt. Mit Wirkung zum 1. November 1898 erwirbt Georg Kraus aus Romannsthal bei Staffelstein die Brauerei. Mit einem jährlichen Ausstoß von etwa 1.500 hl gehört sie zu den kleinsten Braustätten in Bamberg. Wie viele einheimische Brauereien übersteht auch der „Specht“ die Krisenzeiten des Ersten Weltkriegs nicht und legt wohl im Jahr 1917 den Sudkessel still.

Karmeliterbräu (+1917)

Die Karmeliterbräu ist in ihren Ursprüngen eine Klosterbrauerei und dient anfangs der Eigenversorgung der Mönche von St. Theodor. Das eigentliche Brauhaus befindet sich außerhalb des Konventgebäudes und wird um 1500 mit dem dazu gehörigen Bauernhof erstmals erwähnt. Nach der Säkularisation wird das gesamte Anwesen mit dem Brauereigebäude verkauft. 1902 geht das Kloster wieder an den Karmeliterkonvent über, der das Brauhaus als lukrative Finanzquelle im Nebenerwerb betreiben will. Als der Betrieb jedoch Verluste einfährt, wird das Brauhaus erneut verpachtet. Die beiden letzten Brauereibesitzer sind Otto Erdl und ab 1909 Josef Stolbinger. Die durch den Ersten Weltkrieg ausgelöste Wirtschaftskrise bereitet der Braustätte dann den Exodus.

Brauerei Weiße Taube (+1917)

Anders als die meisten anderen Braustätten Bambergs ist die „Weiße Taube“ völlig aus dem Stadtbild verschwunden. Der Beginn der Brautätigkeit setzt wohl im Jahr 1588 ein, als der Büttner Hans Forster einen Neubau errichtet. Die letzte Ära der Brauerei beginnt um 1895 mit der Übernahme durch Andreas Burkard. In der Folgezeit baut er die „Weißtaubenbräu“ zu einem industriellen Großbetrieb aus und erweitert das Unternehmen erheblich. Auf dem Höhepunkt seines unternehmerischen Schaffens verkauft er den Betrieb an Johann Lieblein und dessen Sohn. Als eine der wenigen Bamberger Braustätten bietet die Weißtaubenbräu ein Weizenbier an. Aber schon 1916 wird das Bier mangels geeigneter Arbeitskräfte nicht mehr hergestellt.

Brauerei Blümlein (+1916)

Das Anwesen Judenstraße 11 beherbergt bis etwa 1916 die Brau- und Gaststätte „Zum Blümlein“. Ihren Namen erhält die Brauerei von dem Büttnergesellen Johann Blümlein, der am 23. Oktober 1653 die Witwe des Vorbesitzers Johann Vestenberger heiratet. Im Jahr 1816 wird Friedrich Dorsch Eigentümer des Hauses. Im selben Jahr verwüstet ein Brand in der Judenstraße das Brauhaus und macht einen Neubau erforderlich. Noch heute befinden sich über dem Türsturz die Insignien von Friedrich Dorsch mit der Jahreszahl des Wiederaufbaus. Als die beiden letzten Eigentümer Franz Wich (1912) und Georg Wunder (1913) versterben, wird die Witwe Babette Wich als alleinige Eigentümerin geführt. Sie meldet die Brauerei am 26. Januar 1916 beim Gewerbeamt der Stadt Bamberg ab.

Brauerei Prinz Karl (+1916)

Die Brauerei „Prinz Karl“ gehört zu den vielen alten Brauhäusern entlang des ehemaligen Steinwegs. Um 1628 ist der Büttner Johann Genshals als Hausherr des Anwesens überliefert, das später auch unter der Bezeichnung „Zum Goldenen Hirschen“ auftaucht. Am 18. Dezember 1782 erwirbt Georg Jäck das Brau- und Büttnerhaus „sonst zum Genshals genannt, itzt zum goldenen Hirschen“ für 4.000 Gulden. Nur kurze Zeit später zerstört das verheerende Hochwasser der Regnitz, dem auch die herrliche Seesbrücke zum Opfer fällt, die rückwärtige Bebauung seines Anwesens. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befindet sich die Brauerei in ihrer Hochblüte. Als Eigentümer Heinrich Schmuck jedoch zur Armee eingezogen wird, wird der Braubetrieb zum 20. August 1916 für immer abgemeldet.

Brauerei Grüner Wald (+1915)

Eine der vielen in der Sandstraße lokalisierten Brauereien ist die Braustätte „Zum Grünen Wald“. Die durchgehende Besitzerreihe von Büttnermeistern beginnt im Jahr 1628. Letzter Besitzer ist Joseph Reichert, der am 20. Dezember 1883 unverheiratet verstirbt. Seine Erben veräußern das Anwesen, auch der alt eingesessene Name „Zum Grünwald“ geht dabei verloren. Fortan tritt die Braustätte unter dem neuen Namen „Gesellschaftsbrauerei“ auf. 1911 erhält die Braustätte erneut eine neue Organisationsstruktur und den Namen „Genossenschaftsbrauerei für Bamberg und Umgebung GmbH“. Die Betriebsschließung erfolgt im Jahr 1915.

Bamberger Bärenbräu (+1906)

Noch im 15. Jahrhundert wird das Anwesen im Besitz des Kübelmachers Hans Eichhorn erwähnt – eine frühzeitige Verleihung des Braurechts ist damit anzunehmen. Seine Blüte erreicht die Braustätte unter Ludwig Josef Rübsam aus Fulda. Zuerst eröffnet er in Bamberg eine Malzfabrik, dann erwirbt er die Brauerei in der Langen Straße. Da das Brauhaus die steigende Bierproduktion nicht mehr bewältigen kann, erwirbt er auf dem Jakobsberg systematisch eine Vielzahl weiterer Grundstücke, um im Jahr 1900 eine Großbrauerei zu eröffnen. Am 3. April 1906 erwirbt Ludwig Rübsam die Brauerei „Eckenbüttner“, so dass die Braustätte fortan unter der Bezeichnung „Bären- und Eckenbüttnerbräu AG“ geführt wird.

Brauerei Eckenbüttner (+1906)

Die Brauerei Eckenbüttner war eine der ältesten und traditionsreichsten Braustätten Bambergs. Bereits für das Jahr 1371 ist ein „Malz- und Brauhaus“ belegt. Die Namensgebung verweist auf die markante Lage des Hauses an der Ecke des heutigen Maxplatzes. Immer wieder treffen wir deshalb, so wie 1547, auf die Bezeichnung des Anwesens als „Büttnerhaus in der Ecke“. Die eigenständige Historie der Brauerei endet am 3. April 1906, als Eigentümer Michael Frank den Eckenbüttner abmeldet. Das Unternehmen fusioniert mit der „Bärenbräu“ und tritt fortan unter der Bezeichnung „Bären- und Eckenbüttnerbräu AG“ auf. Sein heutiges Aussehen erhält das Haus durch einen gravierenden Umbau in den Jahren 1969/70.

Brauerei Ströberla – oder Schuberth’sche Brauerei (+1905)

Das „Ströberla“, später auch als „Schuberthsche Brauerei“ bezeichnet, befindet sich bis zum Jahr 1905 am Maxplatz 14. Früheste Hinweise auf eine Brautätigkeit gibt es ab 1600, als der Hofrat Dr. Karl Vasold das Haus „Zum Holzschuh“ für 2.000 Gulden an den Büttner Linhart Wipfelt verkauft. Ein wichtiger Einschnitt für die Brauerei erfolgt im Jahr 1758, als der Büttner Johann Strübel aus Strullendorf das „Bier- und Weinhaus mit dem großen Brau- und Feuerrecht“ erwirbt. Von 1864 an lenkt Braumeister Kaspar Schuberth über vier Jahrzehnte die Geschicke der Brauerei. Kurz nach seinem Tod wird die Bierbrauerei am 7. Juni 1905 aufgegeben.

Brauerei Brehm (+1894)

Die markante Ecke in der Häuserflucht der Oberen Königstraße verleiht dem Anwesen recht früh den Hausnamen „Zur Ecke“, weshalb die später eingerichtete Braustätte manchmal auch als „Eckenbräu“ bezeichnet wird. Bier wird in dem Anwesen wohl erst im 17. Jahrhundert unter dem Büttner und Namensgeber Thomas Brehm angesetzt. Letzter Eigentümer vor der Stilllegung ist der Braumeister Adam Sperber. Seine Frau Clara meldet am 6. November 1894 die Brauerei mit der dazu gehörigen Gaststätte bei der Stadt Bamberg ab. Neue Eigentümer werden kurz darauf die Gebrüder Rudolf, Andreas und Thomas Maisel. An der Fortführung des maroden Brauereibetriebs haben sie kein Interesse, denn zur selben Zeit errichten sie an der Moosstraße eine moderne Großbrauerei.

Brauerei Baltsenwirt (+1893)

Der Büttner Balthasar Welsch erwirbt das Anwesen im Jahr 1689 und richtet wohl ein Brauhaus ein. Für den Beginn der Brautätigkeit spricht auch die Namensgebung der Braustätte „Zum Balthasar“ bzw. „Zum Baltsenwirt“. Im späten 18. Jahrhundert wechseln die Besitzer des Anwesens recht häufig, was auf eine geringe Rentabilität des Braubetriebs hinweist. Einen letzten Versuch unternimmt ab 1887 der Braumeister Johann Michel sen. Am 1. März 1893 gibt aber auch er auf: Er meldet die Brauerei ab, verkauft das Anwesen an den Hopfenhändler Bernhard Kronacher und erwirbt mit dem Erlös später die Brauerei „Himmelsleiter“.

Brauerei Schmäußer (+1893)

Das heutige Anwesen Hauptwachstraße 4 ist schon sehr früh im Besitz von Büttnern. Bereits um 1487 wird im „Haus zum Pfaben“ die „Putnerin“ Kunigunde Wolf erwähnt. Als Namensgeber der Braustätte gilt der Büttner Adam Schmäußer. Er bewohnt das Haus ab 1655. Genau 200 Jahre später wird die Braustätte von Friedrich Scharff geleitet, der im Volksmund nur als „Schärffla“ bekannt ist. Er ist der letzte Braumeister, denn es findet sich kein Betriebsnachfolger für das Unternehmen. Am 25. Februar 1893 geht bei der Stadt die Gewerbeabmeldung für die Brauerei „Zum Schmäußer“ ein. Lange Jahre bleibt die gastronomische Nutzung erhalten, heute befindet sich darin die Filiale der „Nordsee“.

Brauerei Stöhr (+1891)

Ab 1599 kann von einer Braustätte unter dem Büttner Moritz Stöhr ausgegangen werden, der auch als Namensgeber fungiert. Zu dem Anwesen gehören lange Zeit auch die heute eigenständigen Grundstücke Habergasse 7 und 9. Nach Karl May (1832-1839) und Ludwig Ringer (1840-1847) übernimmt der Braumeister Johann Baptist Baumann den „Stöhren“. Letzter Inhaber ist der Braumeister Johann Baptist Erlwein. Auf dem Felsenkellergrundstück investiert er noch 1881 in eine neue Wirtschaftshalle und ein Jahr später in den Bau eines Eiskellers. Doch schon im Juli 1891 gibt er die Braustätte auf.

Brauerei Goldener Löwe (+1891)

Am nordöstlichen Anfang des Steinwegs, der sogenannten „Siechengasse“, befindet sich das Gast- und Brauhaus „Zum Goldenen Löwen“. Erster Braumeister dürfte der aus Trunstadt stammende Büttner Ägyd Stumpf gewesen sein, der es im Jahr 1632 eröffnet. Im Jahr 1887 übernimmt Nikolaus Lunz die Braustätte und führt diese lediglich über eine Dauer von vier Jahren. Bereits am 1. Mai 1891 meldet seine Ehefrau Kunigunde die Brauerei ab. In den folgenden Jahrzehnten bleibt der „Goldene Löwe“ an der Ecke Siechenstraße/Löwenbrückenstraße als Gasthaus erhalten. Noch heute zeugt die Fassadenaufschrift von der Jahrhunderte alten Gastlichkeit des Hauses.

Franziskanerbräu (+ um 1890)

Im Jahr 1311 übernehmen die Franziskaner das Areal des aufgelösten Templerordens an der Schranne. Der erste schriftliche Hinweis auf eine Brautätigkeit findet sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als das Brauhaus neu erbaut wird. Die Säkularisation beendet das Klosterleben, dabei wird auch die Brautätigkeit eingestellt. Im Jahr 1827 gestattet König Ludwig I. die Reorganisation des Franziskanerordens in Bayern, in Bamberg wird im Juli 1861 ein neues Kloster auf dem Jakobsberg eingeweiht. Wenig später befasst sich Guardian Pater Beda Eckert auch mit dem Bau eines klostereigenen Brauhauses. Vermutlich zwischen 1900 und 1915 stellt die letzte klösterliche Braustätte Bambergs ihren Braubetrieb ein.

Brauerei Grüner Baum (+1888)

Das traditionsreiche Gast- und Brauhaus „Zum Grünen Baum“ ist dem Stadtbild leider nicht erhalten geblieben. Es steht bis 1978 an der Einmündung der Gasfabrikstraße in die Siechenstraße. Bis zum späten 17. Jahrhundert wird das Anwesen von verschiedenen Gärtnerfamilien bewohnt, ehe um 1685 mit Antonius Ulzhöfer erstmals ein Gastwirt als Eigentümer überliefert ist. Bereits vier Jahre später taucht Valentin Zirkelbach als Besitzer „von Grünenbaums Gasthof“ auf. Sein Beruf wird mit „Bierbrauermeister und Essigfabrikant“ angegeben. Von 1820 bis 1888 befindet sich das Brauhaus im Besitz der Familie Schuberth.

Brauerei Mondschein (+1884)

Wann im Anwesen Untere Sandstraße 16 mit dem Brauen von Bier begonnen wird, lässt sich heute nicht mehr exakt nachvollziehen – möglicherweise ist es unter Leonhard Erbar, dem ersten Büttner im „Mondschein“. Um 1725 wird erstmals ein Brauhaus erwähnt. 1798 gerät es in die Zwangsversteigerung und geht für 5.225 Gulden an den jungen Büttner Johann Stichelschmidt aus Herrnsdorf. Der Bierausstoß für das Jahr 1817 beträgt stattliche 830 hl Bier und 420 hl Nachbier – damit ist die Brauerei hinsichtlich der Ausstoßmenge die zweitgrößte Braustätte Bambergs. Ab 1840 gerät das Anwesen an die Familie Ultsch. Als Adam Ultsch am 2.12.1884 verstirbt, wird die Brauerei stillgelegt.

Brauerei Sonne (+1877)

Die Brauereigeschichte des Hauses setzt wohl um 1609 ein, als Bastel Hoffner den „Gasthof zur Sonne“ bewirtschaftet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehört das Brauhaus mit einem jährlichen Ausstoß von etwa 1.000 hl Bier zu den größeren Brauereien Bambergs. Als letzter Eigentümer gilt Josef Kronacher. Der Hopfenhändler erwirbt das Anwesen im Jahr 1872 und stellt die Brautätigkeit nach nur fünf Jahren ein. Das Gasthaus wird jedoch noch einige Jahre als „Goldene Sonne“ fortgeführt. Erst 1904 erwirbt der Katholische Arbeiterverein das Anwesen und lässt es abreißen. An seiner Stelle entsteht der imposante Neubau der Luitpoldsäle.

Brauerei Taucher (+1876)

Das Anwesen Lugbank 5, heute besser bekannt als „Hotel Weierich“, beherbergt schon im 15. Jahrhundert eine Gaststätte, ab 1490 befindet es sich durchgehend im Besitz von Büttnern. Unter dem Büttner Matthes Taucher (Namensgebung) bricht am 10. Dezember 1657 ein Feuer aus, das aber keinen größeren Schaden anrichtet. Ab 1844 übernimmt Johann Baptist Lesch, dessen Namen der benachbarte Brunnen bis heute trägt, die Leitung im Gast- und Brauhaus zum „Taucher“. Als letzter Brauer gilt Heinrich Leicht. Der Sohn des „Wilde Rose“-Wirtes Johann Leicht übernimmt mit 28 Jahren das Brauhaus, das 1876 letztmalig erwähnt wird. Vermutlich im darauf folgenden Jahr wird die Brauerei stillgelegt.

Brauerei Eichhörnlein (+1877)

Urkundlich wird das Haus erstmals 1330 erwähnt, ab 1449 gibt es Hinweise auf das handwerkliche Schaffen von Büttnern – der Kübelmacher Kilian Eichhorn übt hier seine Tätigkeit und vermutlich auch das Brauhandwerk aus. Für die folgenden vier Jahrhunderte verleiht er der Braustätte seinen Namen. 1840 wird das Anwesen von Braumeister Georg Röckelein erworben. Er lässt Umbaumaßnahmen vornehmen und richtet die Gaststätte neu ein. Georg Röckelein verstirbt am 3. März 1860 und vererbt die Braustätte an seine Witwe Katharina, die bis 1871 Eigentümerin bleibt. Als letzter Brauer im „Eichhörnlein“ ist Konrad Lutz überliefert, der die Braustätte für sechs Jahre betreibt. Der von ihm verpachtete „Eichhörnleins-Keller“ wird im Mai 1877 abgemeldet, das Brauhaus in der Langen Straße mit Ablauf des Jahres geschlossen.

Brauerei Wilder Mann (+1877)

An der Ecke Schrottenberggasse/Untere Sandstraße – schräg gegenüber dem „Mondschein“ – befindet sich bis 1877 die Braustätte „Zum Wilden Mann“. In dem stattlichen Anwesen, das 1331 im Besitz von Friedrich Küchenmeister erstmals Erwähnung findet, ist seit dem 16. Jahrhundert durchgehend eine Büttnerei anzunehmen. Die Hausbezeichnung tritt jedoch erst um 1700 erstmals auf. Als letzter Brauer tritt 1866 Georg Leicht seinen Dienst an. Da 1877 im Erdgeschoss ein Fleischerladen eingerichtet wird, kann das Ende der Brautätigkeit für dieses Jahr angenommen werden.

Brauerei Pfau (+1876)

Im Jahr 1536 übernimmt mit Urban Koler erstmals ein Büttner das Anwesen und richtet möglicherweise die Braustätte ein. Ein Felsenkeller auf dem Stephansberg ist für das Jahr 1765 belegt, als Michael Burgis für 500 Gulden ein Grundstück erwirbt. Kurz nach seinem Tod 1768 gerät das Anwesen über den Erbweg an die Familie Sperber, die bis zum Ende der Brautätigkeit den Betreib leitet. Weil Adam Dütsch nach dem Tod seines Schwiegervaters dessen Braustätte übernimmt, gibt er den elterlichen Betreib 1876 auf. Die Gastwirtschaft wird allerdings weiter betrieben und 1954 von Kaufmann Karl Friedrich in ein Ladengeschäft umgebaut.

Brauerei Schwarzer Bär (+1875)

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Brauerei „Spezial“ befindet sich bis zum Jahr 1875 das Gast- und Brauhaus „Zum Schwarzen Bären“. Die Entstehung dieser Braustätte geht in das 16. Jahrhundert zurück, als die ansässigen Büttner im belebten Steinweg eine Vielzahl von Gasthäusern eröffneten. Für das heutige Anwesen Obere Königstraße 8 lässt sich eine durchgehende Besitzerreihe von Büttnern bis in das Jahr 1580 zurückverfolgen. Die Brautätigkeit endet, als der letzte Braumeister Franz Schmitt 1875 in den Ruhestand geht und am 21. August sein Gast- und Brauhaus abmeldet. Ein Nachfolger für das Unternehmen findet sich nicht.

Brauerei Roter Ochse (+1873)

Da das Anwesen bereits um 1531 von einem Büttner bewohnt wird, kann der Beginn der Brautätigkeit für diese Zeit angenommen werden. Der Hausname „Zum Roten Ochsen“ taucht um 1610 erstmals auf. Durch den verheerenden Eisgang im Februar 1784, bei dem auch die benachbarte Seesbrücke fortgerissen wird, erleidet die Brauerei erhebliche Zerstörungen an den uferseitigen Gebäuden. Letzter Eigentümer und Brauer im „Roten Ochsen“ ist Johann Scharnagel. Er übernimmt das Anwesen 1835 und vererbt es nach seinem Tod an seine Witwe Magdalene. Da ihr gemeinsamer Sohn Philipp die Brauerei „Specht“ übernimmt, meldet sie am 24. September 1873 die Brauerei und Büttnerei „Zum Roten Ochsen“ bei der Stadt ab.

Brauerei Goldene Rose (+1872)

Bis zum Jahr 1872 ist die Obere Königstraße auf beiden Seiten durchgängig bebaut. Mit dem Anschluss Bambergs an das Eisenbahnnetz wird eine Verbindungsstraße vom Bahnhof zur Stadtmitte gebaut, die heutige Luitpoldstraße. Zum Bau der Straße müssen mehrere Gebäude abgerissen werden, darunter fällt auch das Brauhaus „Zur Rose“. Als letzter Braumeister gilt Georg Erlwein, der die Braustätte 1868 für die stolze Summe von 46.000 Gulden erwirbt. Neben dem Gast- und Brauhaus gehören zu dem Anwesen auch Felder, die sich bis zur heutigen Mittelstraße erstrecken. Vier Jahre später endet die Brautätigkeit an dieser Stätte für immer.

Weißbierbrauer (+1871)

Die Ursprünge des Brauhauses reichen weit zurück: Um 1390 gehören das Wohn- und Malzhaus dem Büttner Conrad Ingram und seiner Frau Christein; damit zählt es zu den frühesten gewerblich betriebenen Braustätten Bambergs. Um 1674 erwirbt Fürstbischof Peter Philipp von Dernbach das Anwesen; mit dem Erwerb durch den Regenten entsteht die Bezeichnung „fürstliches Weißbierhaus“. 1805 steht das Anwesen infolge der Säkularisation zum Verkauf ausgeschrieben und wird vom bürgerlichen Büttner Matthias Behr erworben. Von 1859 bis 1871 gehört die Braustätte dem Michael Ament. Mit dem frühen Ableben des Brauers im Jahr 1871 geht die Brautradition zu Ende.

Brauerei Schwarzer Bauer (+1868)

Ihren Namen erhält die Braustätte im Jahr 1615, als der Büttner Hans Bauer zwei benachbarte Haushälften in der Lagen Straße zu einem vereint. Am 18. Mai 1789 zerstört ein Brand mehrere Häuser. Zu den betroffenen Anwohnern gehört auch der Brauer Pankraz Gabler, der dafür eine Brandentschädigung in Höhe von 3.705 Gulden erhält. Später übernimmt sein Sohn Josef Gabler das Anwesen, der im Alter von 67 Jahren verstirbt. Es ist die Zeit, in der so viele Bamberger Braustätten für immer schließen – auch für den „Schwarzen Bauern“ findet sich kein Nachfolger. Der Felsenkeller wird an einen anderen Braumeister verkauft, das Brau- und Gasthaus in der Langen Straße zu einem Einkaufsladen umgestaltet.

Brauerei Engel (+1864)

Die Ursprünge des Anwesens Obere Königstraße 20 lassen sich bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen (erste Erwähnung im Jahr 1308). Ab 1511 gehört das Haus mit Hans Dorn erstmals einem Büttner und es ist anzunehmen, dass bald darauf auch die Brautätigkeit einsetzt. Am Ende des 18. Jahrhunderts geht der Besitz an den Büttner Martin Götz über. Dieser leitet das Brau- und Gasthaus für die nächsten 40 Jahre, bis sein Sohn aus zweiter Ehe, Philipp Götz, die Meisterprüfung als Brauer ablegt. Mit Philipp Götz verstirbt am 11. August 1849 der letzte Braumeister im „Engel“. Seine Witwe Anna übernimmt das Anwesen und führt die Braustätte noch einige Jahre bis 1864 fort.

Brauerei Drei Kronen (+1864)

Vielen älteren Bambergern ist das Hotel „Drei Kronen“ in der Langen Straße noch recht gut in Erinnerung. Bis zu seiner Schließung im Jahr 1972 zählt es zu den vornehmeren Übernachtungsquartieren in der Stadt. Weit weniger bekannt ist hingegen, dass sich in dem Anwesen Lange Straße 12 über mehrere Jahrhunderte hinweg eine Braustätte befunden hat. Um 1565 gibt es erste Hinweise auf eine Brautätigkeit. Der letzte Braumeister in den „Drei Kronen“ ist Georg Schmitt, der das Brauhaus 1829 übernimmt. Als Sohn einer Bamberger Brauerfamilie betreibt er das Gasthaus für die folgenden 35 Jahre. Nach seinem Tod am 7. Juni 1864 findet sich kein weiterer Betreiber für die Braustätte, weshalb die Brauerei aufgelassen wird.

Brauerei Schwarzer Adler (+1860)

Als „Haus zu den sieben Türmen“ wird das Anwesen 1403 erstmals urkundlich erwähnt. Anders als viele andere Brauereien wird es nicht von Büttnern, sondern ausschließlich von Gastwirten geführt. Der betriebswirtschaftliche Schwerpunkt scheint somit auf der Bewirtung von Gästen gelegen zu haben, nicht jedoch in der erwerbsmäßigen Bierproduktion. Eine Bereicherung für das gesellschaftliche Leben Bambergs stellen verschiedene Veranstaltungen dar, die im Saal des Gasthauses durchgeführt werden. Bis 1851 wird Adam Rudolph im Bamberger Adressbuch als Besitzer der Brauerei geführt. Sechs Jahre später erfolgt der letzte Eintrag als Braustätte, danach wird es nicht mehr erwähnt.

Brauerei Storchspeter (+1860)

Das heutige Anwesen Austraße 14 ist ursprünglich mit der benachbarten Hausnummer 12 zusammengefasst. Es erscheint im Jahr 1468 als „Haus zum Mohren“ und befindet sich 1588 im Besitz des Büttners Friedrich Nagengast. Sehr wahrscheinlich wird mit der Errichtung einer Braustätte auch der bisherige Hausname abgelegt und durch die Bezeichnung „Haus zu St. Lorenz“ ersetzt. Der heilige Laurentius gilt u.a. als Schutzpatron der Brauer und Mälzer. Ab 1857 ist Matthäus Schuberth als Braumeister im „Storchspeter“ belegt. Sein Engagement ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn bereits 1861 existiert die Braustätte nicht mehr. Er verkauft das Anwesen in der Austraße an den Schlossermeister Adam Heim und das Felsenkellergrundstück an den Braumeister Karl Mahr.

Brauerei Jäck – oder Färb (+1860)

Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts befindet sich das Anwesen Maxplatz 12 im Besitz des Schwarzfärbers Kunz Wachter, weshalb die spätere Braustätte lange Zeit den Namen „Zur alten Färb“ trägt. Als erster Brauer kann der Büttnermeister Andreas Lieb angenommen werden, der 1653 als Eigentümer überliefert ist. 1748 beginnt dann die Ära der Brauerfamilie Jäck (Namensgebung). Als letzter Besitzer ist Simon Lochner überliefert, der 1846 das Brauhaus umbauen lässt. Hier kommt es am Abend des 9. Januar 1860 zur Katastrophe: Ein Feuer bricht aus und vernichtet das Anwesen. Das Großfeuer führt dazu, dass am 26. Januar die Freiwillige Feuerwehr in Bamberg gegründet wird. Der Brauereibesitzer Lochner indes verliert durch die Feuersbrunst seine Lebensgrundlage und verkauft die Brandruine ebenso wie seinen Felsenkeller.

Brauerei Lukas (+1859)

Die Braustätte „Zum Lukas“ ist vermutlich nach dem Büttner Lukas Brehm benannt. Zwischen 1740 und 1770 ist er als Eigentümer des Brauhauses überliefert. Dass in dem Anwesen Untere Königstraße 17 aber schon sehr viel früher Bier gebraut wird, belegt die Besitzerreihe: Bereits 1599 befindet sich das Haus im Besitz des Kübelmachers Linhard Wipfelt und bleibt in den folgenden Jahrhunderten durchgehend in der Hand von Büttnern. Dies legt eine gastronomische Mitnutzung des Hauses nahe. Der Büttner Michael Rothlauf aus Godeldorf, der das Anwesen im Juni 1845 erwirbt, ist der letzte Braumeister im „Lukas“. Als er nach 14-jähriger Betriebszeit die Braustätte an den Kupferschmiedemeister Philipp Dittmann veräußert, endet an dieser Stelle die Bierherstellung für immer.

Brauerei Zum Bauernwirt (+1859)

Direkt am Flussufer der Regnitz befindet sich eine Braustätte. Ursprünglich handelt es sich um ein landwirtschaftliches Anwesen, das nach seiner Lage als „Bauernhof im Abtswerd“ bezeichnet wird. Daraus leitet sich die spätere Bezeichnung „Zum Bauern“ bzw. „Zum Bauernwirt“ ab. Unter dem Büttner Hans Eberlein wird das Haus im Jahr 1532 erstmals erwähnt. Mit dem Wirt Hans Saffaran als Eigentümer findet sich im späten 16. Jahrhundert ein erster Beleg für ein betriebenes Gasthaus. Letzter Braumeister ist Adam Baumann, dessen Witwe das Unternehmen weiterführt. Nur wenige Tage nach ihrem Tod am 19. September 1859 kauft die Stadt Bamberg das Grundstück auf und lässt das Anwesen für den Neubau der Fleischverkaufhalle abreißen.

Brauerei Kronprinz (+1857)

Das Haus „Zum Hirschen“ wird 1382 erstmals urkundlich erwähnt und befindet sich um 1499 im Besitz des Kübelmachers Hans Eichhorn. Für die Dauer von 350 Jahren bleibt das Anwesen fast durchgängig im Besitz von Büttnern, so dass schon recht früh eine Braustätte für Bier angenommen werden kann. Einen ersten Hinweis auf eine gewerbliche Brauerei gibt es jedoch erst 1732, als der Büttner Hans Böcklein das „Brauhaus Zum Hirschen“ führt. Fast ebenso wenig wie über die Entstehung der Brauerei ist auch über deren Auflassung bekannt. Letzter Braumeister ist Sebastian Reichert, der 1857 die Brauerei „Eckenbüttner“ am Maxplatz übernimmt. Ganz offensichtlich er keinen Käufer für das Brauhaus in der Langen Straße gefunden.

Brauerei Albertgäßner (+1857)

Die kleine Braustätte in der Oberen Königstraße 35 erhält ihren ungewöhnlichen Namen durch einen früheren Eigentümer, den Büttner Albert Gäßner, im Volksmund auch als „Halbergäßner“ bezeichnet. Er besitzt das Haus nachweislich ab dem Jahr 1625. Bereits vor ihm übt Hans Steinfelder, „Putner am Steinweg“, das Büttnerhandwerk aus. Eine nennenswerte Entwicklung erfährt die Braustätte unter dem Büttner Paul Rosenzweig, der das Anwesen 1791 als Wirtshaus „Zum Stern“ erwirbt. Am 2. Mai 1831 heiratet der Braumeister Georg Röckelein in den Betrieb ein. Unter ihm wird die Brauerei letztlich auch aufgelassen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1857 führt er die Braustätte am Steinweg fort.

Brauerei Schwarzer Ochse (+1857)

Seit einem Großfeuer im Jahr 1857 ist das Brauhaus „Zum Schwarzen Ochsen“ aus dem Bamberger Stadtbild verschwunden. Es stand an der Einmündung der Tränkgasse in den früheren Steinweg und ist identisch mit der heutigen Anschrift Obere Königstraße 16. Ihren Namen erhält die Braustätte unter dem „Ochsenthomas“ genannten Büttner Thomas Schneider. Als letzter Brauer ist der gebürtige Würzburger Valentin Zehnder überliefert, der 1851 das Anwesen übernimmt. Kurz darauf endet der Braubetrieb für immer, als am 23. Juli 1857 ein Brand ausbricht und das Haus verwüstet. Noch im selben Jahr erwirbt der städtische Magistrat die unansehnliche Brandruine und nutzt die Freifläche zur Aufweitung der Tränkgasse.

Brauerei Weißer Ochse (+1857)

Einen ersten Nachweis für eine betriebene Büttnerei gibt es schon im Jahr 1510, als Michael Fuchs das Anwesen „Zum Christoffel“ besitzt. 1772 übernimmt Andreas Schmitt den Betrieb, der der Nachwelt durch eine großzügige Geste in Erinnerung bleibt: Er erwirbt die im Zuge der Säkularisation aufgelöste Sebastiani-Kapelle nahe dem Bamberger Friedhof und gibt ihr die kirchliche Bestimmung zurück. Andreas Schmitt verstirbt am 19. Mai 1826 und wird in „seiner“ Sebastiani-Kapelle bestattet. Letzte Besitzerin der Brauerei ist die Witwe Margarethe Seelmann, die die Braustätte mit dem Gasthaus verpachtet. Als Margarethe Seelmann am 20. Mai 1857 verstirbt, endet im „Weißen Ochsen“ die Brautätigkeit für immer.

Brauerei Rösslein (+1855)

Das Brauhaus „Zum Rösslein“ in der Unteren Königstraße 8 wird bereits 1510 von einem Büttner bewohnt. Namensgeber der Braustätte ist wohl der Kübelmacher Klaus Rösslein, der um 1530 als Eigentümer des Hauses überliefert ist. Dass um diese Zeit bereits Bier angesetzt wird, belegt eine schriftliche Notiz aus dem Jahr 1565, als der Büttner Pankraz Dietrich die Behausung mit Hofreit und „Prauzeug“ für 530 Gulden erwirbt. Unter dem Besitzer Franz May erfährt die Braustätte einen erheblichen Aufschwung. Um 1817 ist seine Brauerei hinsichtlich der Ausstoßmenge die zehntgrößte aller 65 Braustätten Bambergs. Nach seinem Tod 1855 findet sich kein Käufer, die Brauerei wird stillgelegt.

Brauerei Schwarzmann (+1855)

1613 erwirbt Johann Schwarzmann das Haus, in dem sein Sohn Pankraz eine Büttnerei einrichtet. Mit dem Nutzungswandel nimmt das Haus den Namen seines Besitzers an. Erheblichen Fortschritt macht die Braustätte unter dem erst 19-jährigen Büttner Thomas Brunn. Er erwirbt am 17. Juni 1805 den Felsenkeller des ehemaligen Dominikaner-Klosters auf dem Stephansberg, der im Zuge der Säkularisation versteigert wird. Anschließend ist Nikolaus Loch Eigentümer des Anwesens. Nach seinem Tod am 31. Juli 1855 findet sich kein Nachfolger für die Braustätte, die daraufhin aufgelöst wird.

Brauerei Träublein (+1824)

Das Haus, in dem sich einst die Brauerei „Träublein“ befand, ist nicht mehr erhalten. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird das Anwesen schwer beschädigt und schließlich abgetragen. Ab 1580 ist das Haus nahezu durchgehend im Besitz von Büttnern, so dass der Betrieb einer Weinschänke angenommen werden kann. Darauf deutet auch die Hausbezeichnung hin. Am 31. Oktober 1817 bricht in dem Haus ein großes Feuer aus, das die benachbarte Brauerei „Zum Goldenen Einhorn“ niederbrennt. Wenige Jahre später wird auch im „Träublein“ das Bierbrauen eingestellt.

Brauerei Goldenes Einhorn (+1817)

An der Stelle der heutigen Stadtbücherei „Deutsches Haus“ steht bis zum Oktober 1817 das Gast- und Brauhaus „Zum Einhorn“. Im 30-jährigen Krieg wird das Gebäude von kaiserlichen Truppen belagert und später eingeäschert. Von 1779 an ist Balthasar Seminet Gastwirt im „Goldenen Einhorn“. Der Getreidehändler gilt bei seinen Mitbürgern als „Kornwucherer“ und ist deshalb nicht sonderlich beliebt. Dies wird ihm am 31. Oktober 1817 zum Verhängnis, als in der Darre der benachbarten Brauerei „Träublein“ ein Feuer ausbricht und auf seinen Besitz übergreift. Zeitgenössischen Berichten zu Folge weigert sich die vor dem brennenden Haus zusammen gelaufene Menschenmenge, beim Löschen des Feuers zu helfen.

Brauerei Weißes Lamm (+1815)

Die stattliche Größe des Anwesens Untere Königstraße 28 verdeutlicht, dass das „Weiße Lamm“ unter allen Gasthöfen des ehemaligen Steinwegs eine Sonderstellung einnimmt. Es gilt als das vornehmste Übernachtungsquartier der Stadt. Der bekannteste Gast dürfte sicherlich Johann Wolfgang von Goethe gewesen sein, der hier auf seiner Reise 1797 Rast macht. Wie die Initialen über der Tordurchfahrt belegen, wird das bis heute erhaltene Haus im Jahr 1557 von Peter Lodtmann erbaut. Letzter Inhaber ist der Büttner Johann Kötzner, der am 1. März 1815 verstirbt. Mit seinem Tod ist auch die Aufgabe der Brautätigkeit verbunden.

 

weiterführende Links:

• Brauereien in Bamberg

• Betrieb der Brauindustrie